Mit dem Rad zur Arbeit – Pendeln mit dem Fahrrad

von A7 Bikestore

Den Arbeitsweg zur Trainingsstrecke zu machen, also mit dem Rad zur Arbeit zu fahren und die Zeit direkt sinnvoll nutzen, das nehmen sich viele Pendler vor. Aber wie viele setzen es um? Welche Vorteile hat das Fahrradpendeln? Und wie lässt sich der innere Schweinehund überwinden? Mein-Fahrradhändler gibt Antworten und stellt Aktionen zum Fahrradpendeln vor.

Täglich pendeln tausende Menschen in Deutschland zur Arbeit – mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad. Wie viele davon nehmen aber tatsächlich das Rad? Der Fahrrad-Monitor 2019 (eine Online-Befragung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Markt- und Sozialforschungsinstituts Sinus) kommt bei einer repräsentativen Online-Befragung zu folgendem Ergebnis:

„Etwas weniger als ein Drittel der berufstätigen bzw. sich in Ausbildung befindlichen Befragten geben an, das Fahrrad mindestens ein paar Mal pro Woche (regelmäßige Nutzung) auf dem Weg zur Arbeit bzw. Bildungsstätte zu nutzen. (…) Das Fahrrad wird häufiger zum Pendeln bei jungen Menschen und in städtischen Räumen genutzt.“

Wir sehen also: Da ist noch Luft nach oben. Bei einigen ist die Strecke sicherlich einfach zu weit, um sie mit dem Rad zu fahren, andere plagt dagegen eher der innere Schweinehund. Wir sind uns sicher, dass die Mehrheit der Deutschen weiß, welche positiven Auswirkungen das Radfahren auf dem Arbeitsweg hat. Wir fassen hier aber gerne noch einmal die Vorteile zusammen.

Mit dem Rad zur Arbeit – die Vorteile:

  • Radfahren statt Fitness-Studio

    Rad-Pendler können sich das Fitnessstudio sparen, die Fitnesseinheit wird bereits auf dem Arbeitsweg absolviert.

  • Rad-Pendler sind fitter und seltener krank

    Rad-Pendler machen täglich Sport und stärken somit ihren Körper. Eine Studie von EcoLibro und der Goethe Universität kam zu dem Ergebnis, dass radelnde Arbeitnehmer ein Drittel weniger Krankheitstage aufweisen durch moderate körperliche Bewegung auf dem Weg zur Arbeit. Zudem hatten sie einen niedrigeren BMI-Wert, ein höheres Wohlbefinden und ein geringeres Risiko langzeitig zu erkranken.

  • Radfahren ist günstig

    Ein Fahrrad verursacht weniger Unterhaltskosten (Versicherung, Parken, Reparaturen) als ein Auto

  • Radfahren entspannt

    Viele Radfahrer berichten, dass Radfahren einer Meditation gleichkommt. Man kann beim Radfahren abschalten und den Kopf freimachen.

  • Radfahren ist klimaschonend

Dem Coronavirus davonfahren

Die Ausbreitung des Coronavirus soll reduziert werden. Wer nicht die Möglichkeit hat von zu Hause zu arbeiten, der nimmt besser das Rad für den Arbeitsweg. So schützt man sich selbst vor einer Ansteckung bzw. schützt man andere Verkehrsteilnehmer, falls du selbst schon infiziert bist. Wenn weniger Leute öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sinkt auch das Risiko für diejenigen, die noch damit fahren.

Das Immunsystem wird durch Bewegung gestärkt. Natürlich solltest du es nicht übertreiben. Im Wald oder auf einsamen Feldwegen kannst du Menschen aus dem Weg gehen. In Städten, wo sich mehr Menschen tummeln auf Radwegen und in Parks, sollte ein gewisser Sicherheitsabstand einhalten werden.

Aktionen und Projekte für Fahrradpendler

Um Bürger zur Nutzung des Fahrrads zu motivieren, gibt es verschiedene Aktionen. Ein paar wollen wir hier einmal vorstellen.

Mit dem Rad zur Arbeit

Bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ zählen auch Teilstrecken, z.B. mit dem Faltrad zur Bahn.

Eine der bekanntesten Mitmach-Aktionen gerade für Berufstätige ist sicherlich „Mit dem Rad zur Arbeit“ von ADFC und AOK. Die Aktion läuft jedes Jahr von Mai bis August. Ziel ist es in diesem Zeitraum mindestens an 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Dabei zählen auch Teilstrecken, beispielsweise die Strecke mit dem Rad zur S-Bahn. Die Tage / Strecken müssen online in das persönliche Profil eingetragen werden. Wer das Ziel erreicht hat, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Hier gibt es viele Sachpreise (Fahrradtaschen, Helme etc.) zu gewinnen. Für mehr Spaß und gegenseitige Motivation kannst du auch ein Team (vier Personen) mit Arbeitskollegen bilden. Teams können zusätzlich speziell ausgelobte Teampreise gewinnen. Auch gibt es jeden Monat ein separates Gewinnspiel für Teilnehmer. Beim derzeitigen Instagram/Twitter-Wintergewinnspiel geht es um das Thema „Sichtbarkeit“. 2019 haben alle Teilnehmer zusammen 54.419.560 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt und 10.710 t CO2 gespart. Wir finden „Mit dem Rad zur Arbeit“ bietet viele Anreize das Auto stehen zu lassen. Bist du dieses Jahr mit dabei?

Stadtradeln

Beim Stadtradeln zählt jeder Kilometer innerhalb von 3 Wochen und das nicht nur am Arbeitsweg.

Eine weitere Aktion, die zum Radfahren motivieren soll, ist das Stadtradeln. Es handelt sich hierbei um eine Kampagne des Klimabündnisses (1.700 Mitgliedskommunen in 26 europäischen Staaten, Bundesländer, Provinzen, NGOs und andere Organisationen). Das Bündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht gemeinsam aktiv den Klimawandel zu bekämpfen. Beim Stadtradeln geht es nicht nur um das Radfahren zur Arbeit, sondern darum besonders viel und oft innerhalb von 21 Tagen mit dem Rad zu fahren. Die teilnehmenden Kommunen rufen den jeweiligen Zeitraum aus. Auf der Stadtradeln-Website erfährst du, ob und wann es Stadtradeln in deiner Nähe gibt. Bei dieser Aktion beteiligen sich auch Kommunalpolitiker und radeln mit den Bürgern sozusagen um die Wette. Sie sammeln ebenfalls Kilometer und testen die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt. Über die zugehörige App tracken die Teilnehmer ihre Strecken und die Kommune kann im Nachhinein sehen, wo besonders viele Radfahrer unterwegs sind. Es gibt außerdem die Möglichkeit über das RADar der Stadtverwaltung Störungen (Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege, unübersichtliche Verkehrsführung) direkt zu melden. Die klimafreundlich zurückgelegten Kilometer kannst du auch in den Online-Radelkalender, eine Datenbank auf der Stadtradeln-Website, eintragen. Die Aktion Stadtradeln sucht jedes Jahr die fahrradaktivsten Kommunalparlamente und Kommunen sowie die engagiertesten Teams und Radfahrer in den Kommunen selbst. Du kannst ein Team gründen oder dich einem Team anschließen. Teams sind besonders beliebt bei Schulklassen, Vereinen und Unternehmen. Auf der Kampagnenwebsite werden die Ergebnisse der Teams und Kommunen veröffentlicht. Man kann also jederzeit einen Vergleich zu den „Kontrahenten“ ziehen.

Ergebnisse des Stadtradelns 2019

Quelle: Stadtradeln

Am Ende der Kampagnensaison zeichnet das Klimabündnis die besten Kommunen in verschiedenen Kategorien aus. Die engagiertesten Radler*innen und/oder Teams werden direkt durch die Kommunen geehrt. Zu gewinnen gibt es Fahrradtaschen, Smartphonehalter, Pedelecs, Fahrräder, Schlösse, Helme und vieles mehr.

Prominente unterstützen oft das Projekt und radeln mit. So zählten in den vergangenen Jahren Thorsten Schröder, Sebastian Krumbiegel und Max Raabe zu den teilnehmenden Promis.

Autofasten

Beim Autofasten nehmen die Teilnehmer das Rad oder andere Fortbewegungsmittel.

Eine weitere Aktion, die eine klimafreundliche Fortbewegung unterstützt, ist das Autofasten. Hier geht es nicht nur darum, die Strecke zur Arbeit mit dem Rad zurück zu legen, sondern generell während der Fastenzeit das Auto möglichst oft stehen zu lassen und stattdessen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Die Leute sollen ihr Bewusstsein für Mobilität schärfen und versuchen neue Wege zu gehen. Für die Aktion konnten Kooperationspartner gewonnen werden wie mehrere Verkehrsverbünde, die vergünstigte Tickets anbieten.

Umparken und Kiez erFahren

Unter dem oben genannten Motto startete Berlin im letzten Jahr eine Kampagne. Sie bietet 60 Haushalten eines bestimmten Stadtbezirks (2020: Berlin Schöneberg Nord) einen Anreiz das Auto stehen zu lassen. Diese verzichten vier Wochen lang freiwillig auf ihr Auto, bekommen aber im Gegenzug Mobilitätsgutscheine im Wert von mehreren hundert Euro. Mit diesen können sie Autos mieten bei Car-Sharing-Firmen, E-Scooter oder Lastenräder leihen oder Tickets für den Nahverkehr kaufen.

Wir hoffen die Vorteile des Radfahrens haben dich überzeugt und die genannten Aktionen können dich motivieren nun öfter mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Nun heißt es nur noch umparken, Autofasten und Stadtradeln.

Quelle: www.mein-fahrradhaendler.de

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